CHINAKOHL RED DRAGON

Auch wenn er zu den flamboyantesten Produkten aus der Region Zürich gehört, kam der rote Chinakohl der Familie Käser absatztechnisch nie so richtig auf Touren. Vielleicht liegt es an seinem zurückhaltenden Namen. Da machen es die Amis etwas besser und benamsen ihn als Napa-Cabbage oder Red Dragon. Mehr regionale Farbe bekommst du aktuell nicht auf dein Menu.

EDELKASTANIEN BOUCHE DE BETIZAC

Da gehen bei der Kastanien-Polizei gleich alle Sirenen an. Denn die Unterscheidung zwischen Marroni und Kastanien ist mir heilig. Auch wenn der Name Bouche de Betizac wunderbar klingt, handelt es sich bei ihr um eine schnöde Kastanien-Frühsorte. Essbar zwar, grosskalibriert dazu. Doch geschmacklich solltest du von ihr nicht zu viel erwarten.

CAVOLO NERO

Für alle, denen Kale etwas zu ruppig daherkommt, ist der Kumpane «Good Old Palmkohl» noch etwas. Klar, wir könnten nun länger schwadronieren. Unerhört viel Vitamin C hier, Calcium und Kalium dort und Antioxidantien sowieso. Aber dieser, durch die Italiener wiedererweckte Kohl, ist vor allem eins: schwer lecker. Apropos schwer… bekömmlicher wird er durch Anis- oder Fenchelsamen, sowie Kümmel. Dann wieder schwerer, aber nochmal delikater, durch gepökelten Schweinebauch. Mein liebster Teufelskreis.

KAISERLINGE

Bevor du jetzt diesen edlen Kerl auf deine Menukarte schreibst, müssen ich dich vorwarnen. Es wurden uns für die nächsten Tage kleinere, regelmässige Eingänge «versprochen». Pilzhändler sind aber für ihre blumigen Ausreden bekannt. Am besten planst du sie als Tages-Special ein.

LAUCH GEBLEICHT

Leider seit einigen Jahren nicht mehr von Ernst Kämpf produziert, aber dennoch aus lokalem Anbau. Wenn wir Marinellos Lauch verkochen, dann darf es nur diese traditionelle Variante Westschweizer Machart sein. Zarter, feiner, geiler. Teurer auch. Logisch! Aber von nix kommt nix.

FARM TREVISANO

Meine zweitliebste Cicorino-Sorte (nichts schlägt Tardivo) muss nicht zwangsläufig aus dem Veneto stammen. Die Exemplare, die wir aktuell aus Birmenstorf erhalten, machen gehörig Freude.

BIRNEN ABATE

Seit jeher verkaufen wir diese schmelzig-süsse Superbirne als typische Vertreterin der italienischen Birnenzunft. Ganz korrekt ist das nicht. Denn die Abbé Fétel stammt ursprünglich aus der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Geografie ist das eine, Genuss das andere. Und den bringt uns die Abate mit links.

MELONEN ROTFLEISCHIG

Good-bye Jolly! Die letzten Paletten werden diese Tage über die Rampen der Markthalle kugeln. Aber keine Sorge. Mit den roten Netzmelonen ist eine passable Alternative am Start. Und dann kommt von Zerbinati auch die neue Varietät «Safir» nach Zürich.

FARM VOGELBEEREN

Als Kind wurde uns vorgegaukelt, dass bereits der geringste Verzehr dieser kleinen Beeren den stärksten Elefanten niederstrecken würde. Erstunken und erlogen! Giftig sind die roten Beeren der Eberesche nämlich nicht. Doch der Bitterstoff Parasorbinsäure führt beim übermässigen Rohverzehr zu Übelkeit und Erbrechen. Was ja irgendwie auf dasselbe herauskommt. Durch Erhitzung wandelt sich der Bitterstoff aber zu Sorbinsäure um und die Früchte werden süss und lecker. Ideal für Konfitüren oder regionale Chutneys. Trau dich mal an eine andere Beere!

FARM QUITTEN

Was die Franzosen können, kann der Enikerhof schon lange. Die Bäume in Cham sind bereits prall gefüllt und seit dieser Woche ist der erste Eingang der hartschädeligen Herbstboten zu verzeichnen.

QUITTENMARK VON BOIRON

Die Verarbeitung von Quitten ist eine strapaziöse Angelegenheit. Ab Ende dieser Woche gibt es wieder tiefgekühltes Quittenmark von «les vergers BOIRON» an Lager. Versuche es mal mit Gemütlichkeit. Und lass die Franzosen die Arbeit für dich tun.