Okay, es gibt wirklich einige wichtige Dinge, die auf der Strasse beachtet werden sollten. Beginnen wir also wortwörtlich mit der Beleuchtung dunkler Ecken. Fahren Sie möglichst nicht nachts, schon gar nicht an Wochenenden. Theoretisch gilt die 0.5 Promillegrenze. Theoretisch. Denn die Dominikaner fahren nicht nur nachts ohne Licht, sondern auch gerne mal alkoholisiert. Und Achtung, auch wenn alle rund um Sie herum wie die Henker fahren, die Polizei macht gerne Kontrollen. Tempolimiten sind nicht immer klar aber eher «tief» geregelt. Es gelten innerorts oft 35 km/h, ausserorts 60 km/h, auf der Autobahn 80 oder 100 km/h.
Apropos Autobahn. Das sind keine abgeschlossenen Systeme, wie bei uns in Europa. In der Dominikanischen Republik wird schon mal auch gewendet und es kreuzen allerlei Vehikel und Viecher die Fahrbahn. Und ja, seien Sie gefasst auf den Benzinpreis von 4 bis 5 Dollar der Liter. Dann wäre da noch der Zustand der Strassen. Lassen Sie sich treiben und gleichen Sie Ihren Fahrstil den Dominikanern an. Fahren alle vor einem, als seien sie Protagonisten einer Auto-Ballett-Aufführung, dann kommen ziemlich sicher Schlaglöcher auf sie zu. Schlaglöcher ähneln dabei schon mal eher einer Grube. Buchen Sie also eine möglichst grosse Karre, ein SUV, im Idealfall mit getönten Scheiben, dann fällt man als Tourist nicht so auf.
Die Schweiz verzeichnete bei 8.5 Millionen Einwohner 2018 ca. 17'000 Verkehrsunfälle mit ca. 220 Toten, also 2.7 Toten je 100tsd Einwohner. In der Dominikanischen Republik mit 10.8 Mio Einwohnern ereigneten sich im selben Zeitraum «nur» 3684 Unfälle. Die aber waren mit 34.6 Toten pro 100tsd Einwohnern um ein Vielfaches tödlicher. Es könnte allerdings schlimmer sein. In Afghanistan sind es bei rund 3700 Unfällen über 80 Tote pro 100tsd.
Die reine, tiefe Anzahl der Unfälle ist rasch erklärt. Die wenigsten fahren ein motorisiertes Fahrzeug, die vielen Blechschäden wie bei uns fallen so weg, zumal die wenigsten gemeldet werden. Dafür gilt das Strassenverkehrsystem «Das Gesetz des Stärkeren». In der Dominikanischen Republik werden Alle und Alles auf Mopeds und Motorrädern transportiert, dabei trägt kaum einer einen Helm. Zudem «hühnern» alle Fussgänger und Velofahrer über die Strassen, als gäbe es kein Morgen. Das wiederum erklärt dann die doch recht hohe Zahl an Verkehrstoten.
Das war der erste Streich. Der zweite folgt sogleich: Das nächste Angstmacher-Argument: Die Kriminalstatistik.
Die Dominikanische Republik ist heute viel besser als ihr Ruf. Die Mordrate (Mordfälle pro 1000 Einwohner: 25.52 in 2010) schrumpfte innerhalb von zehn Jahren auf ein Drittel (8.86 in 2020). Das ist zwar immer noch hoch im Gegensatz zur Schweiz (0.5 in 2017), aber ein Klacks gegenüber den Spitzenreitern Venezuela (81.44 in 2018), El Salvador (52 in 2018) oder Jamaika (57 in 2018). In die USA zu reisen löst ja auch keine generellen Bedenken aus, obwohl das Land der Revolverhelden (5 in 2018) mordtechnisch auch kein Weisenknabe ist.
Es gibt es auf dieser Insel kaum giftigeTiere, dafür einen der giftigsten Bäume der Welt und davor sollte man sich echt in Acht nehmen. Wer im tropischen Raum an der Küste oder am Strand an einem Baum kleine, grüne Äpfelchen hängen sieht, sollte eine grossen Bogen darum machen. Es handelt sich um den Strandapfel- oder Manchinelbaum und seine Früchte werden auch «Äpfelchen des Todes» genannt. Das gemeine ist, die Früchte sind auch noch wohlriechend, im mund zerest offenbar süss, bevor sie brennenschaft werden. Der Verzehr ist tödlich. Aber auch schon eine Berführung der Blätter oder des Stammes reicht, um sich verbrennungen einzufangen. Extreme vorsicht ist angezeigt, wenn es regnet, dann sondert Baum ein hochgiftiges Sekret ab. Es ist also kein guter Ort um sich unter zu stellen.
Wenn wir schon bei Warhungen sind, giftig fürs Portomnnaie ist das Mobiltelefonnetz. auf keinenfall mit der SIM-Karte eines Europäischen Providers telefonieren und schon gar nicht online gehen, das wir sehr teuer. Bei der Einreise SIM-Karte entfernen und eine einheimische kaufen.
Nachdem das geklärt wurde, ist der Weg frei für den Genuss der Dominikanischen Republik. Wir haben eine kleine Tour gemacht.
Von europäischen Flughäfen aus, gehen die meisten Flüge nach Punta Cana. In dieser All-Inklusiv-Ecke halten wir uns nicht lange auf und schlagen die Richtung Santo Domingo ein. Die Hauptstadt sollte man sich als europäischen Autofahrer für den Schluss aufsparen. Wir nehmen kurz vor Santo Domingo in Guyanacanes die «78» und biegen auf die «66» Richtung «7» ein. Damit schlägt man dem Autobahnchaos vor Santo Domingo quer durch Zuckerrohrfelder und Schlaglöcher einen Haken. Vor dem Monte Plata kommt man auf die «7». Eine wunderschöne Strasse durch grüne, tropische Baumschluchten Richtung Norden.
Proviant gibt es immer am Wegesrand. Stände mit frischen Früchten, über offenem Feuer grillierte Schweine und dergleichen gibt es genug. Hier lässt man sich eine Kokosnuss aufschlagen, dort eine Mango schälen und aufschneiden. Und wer sich nicht scheut, isst das grillierte Schwein, das im Rauch eines schwelenden Feuers liegt. Der Rauch hält die Fliegen fern und ersetzt in der tropischen Hitze die fehlende Kühlvitrine. So einfach ist das. Apropos Proviant und einkaufen, die kleinen einheimischen Supermercados bieten immer einen tollen Ausblick auf das, was die Dominikaner so einkaufen – den Emmentaler made in der Dominikanischen Republik haben wir dann aber doch liegenlassen.
Fährt man die «7» bis ans Ende, trifft man auf die «5», die dann dem Meer auf der nördlichen Seite der Insel entlang des Atlantischen Ozeans Richtung Cabrera, Sosúa bis Puerto Plata führt. Gewöhnungsbedürftig ist hier zuerst einmal das Plastik-Problem, das sich gleich doppelt zeigt. Einerseits wird der Abfall Richtung Meer geschmissen, andererseits wird Plastikmüll vom Meer angespült. Abschnittweise fährt man wahrlich durch Plastikhalden. Aber sorry, wegschauen hilft auch nicht. Nach Cabrera wird es besser. Auf dieser Strecke lohnt es sich, früh unterwegs zu sein, an jedem Strand zu halten und ins Wasser zu springen. Ja, genau, ein Strand nach dem anderen. Will man nur einen wählen, sei der Playa Grande empfohlen. Die Einheimischen schlagen am Strandeingang mit Klapptischen und Stühlen sowie mit viel Bier in Kühlboxen ihre Lager auf und veranstalten ein Rambazamba. Der Strand zieht sich und man hat sehr schnell sehr viel Sand für sich alleine.
Heute, mit Airbnb und Online-Buchungportalen ist das ja alles easy. An diesem Küstenstrich gibt es viele einfache aber wunderbar gelegene Bungalows direkt am Meer zu mieten. Eines in Magante am Playa Paraiso als Paradebeispiel bietet eine Distanz vom Bett ins Meer von 30 Metern inklusive Paella am Strand. Es empfiehlt sich ganz allgemein, hinter einem Restaurant nicht hinzusehen, der Abfall wird hinten aus der Hütte geworfen.
Sosúa und Puerto Plata angucken und dann weiter nach Punta Rucia bis ans Ende der Strasse fahren. Dort steht ein rosarotes Hotel, das auch so heisst: Villa Rosa. Das gehört einem französischen Pärchen und wird geführt von einer Schweizerin. Am Strand essen. Bootsfahrt zum Korallenriff Paradise Island und anschliessend quer durch die Mangroven. Besonders schön ist auch ein Spaziergang durch das Santuario de Memíferos Marionos de Esteros Honde. Hier sind die Seekühe, die Karibik-Manati, zu Hause, die sich vom Land aus beim Grasen beobachten lassen.
Es ist Zeit für die erste grosse Stadt. Dafür fährt man einfach den Berg hoch, isst in einer Kurve etwas vom grillierten Schwein, biegt oben auf der Ebene angekommen Richtung Santiago de los Caballeros ein und lässt sich dann vom Schwerverkehr durch das Cibao-Tal tragen, von dem es bei uns nicht ein einziger Laster bis zum Verkehrsamt schaffen würde. Das Coole: Es sind vornehmlich US-amerikanische Macks, die alten mit der langen, eckigen Schnauze und dem Bulldog als Kühlerfigur. Tönt und stinkt echt cool.
Auf dieser Fahrt, wenn es klar ist, sind die Berge zu sehen. Man sollte sich nicht täuschen lassen, die sind bi 3000 Meter hoch und dort oben ist es empfinglich Kühl. So, dass es dort so etwas wie einen Winter gibt und unsere hiesigen Obstbäume gedeien, weil sie Laub abwerfen können, Es wachsen in der Dom Rep durchaus auch Apfäl und Birnen. Aber wir lassen die Berge liegen und fahren Richtung Santiango.
Los Caballeros?
Die Dominikanische Republik brauchte wahrlich viele Helden, um immer wieder von neuem die Unabhängigkeit zu erkämpfen, sei es gegen den Kolonialherren Spanien oder gegen Haiti, damals, nach der französischen Kolonialherrschaft, der erste unabhängige, karibische Staat mit entsprechend gierigen Gebietsansprüchen. Im Zentrum steht dabei die Schlacht von Santiago 1844. Davon zeugt das Denkmal, das «zum einfach dasitzen und die Stadt von oben herab anschauen» einlädt. Ein paar Schritte unterhalb gibt es die wunderbare Cigarrenbar Atlantico mit grossen, offenen Fenstern, dort kann man trinken und rauchen und weiter stundenlag über die Stadt gucken. Und die Einheimischen freuen sich über europäische Gesellschaft.
Apropos Cigarren, mit der endgültigen Unabhängigkeit kam auch der wirtschaftliche Aufschwung, der von dem ausserordentlich fruchtbaren Bodem im Cibao-Tal und dem Anbau von Zuckerrohr und Tabak angetrieben wurde.
Anschauen müsste man in Santiago das Kultur und Kunstzentrum Centro León. Das ist ein Museum, das der Kreativität, der Forschung, der Begegnung und dem Vergnügen aller Besucher - Dominikaner und Ausländer - dient. Diese Kultureinrichtung wurde anlässlich des hundertsten Jahrestages der Gründung von La Aurora, dem ersten Unternehmen und Cigarrenmanufaktur der Familie León, eingeweiht. Die Verwirklichung dieses Werkes festigt den Weg und die Unterstützung für Kunst und Kultur, die die Familie León seit der Gründung der Stiftung Eduardo León Jimenes entwickelt hat.
Wer sich für Cigarren interessiert, geht am besten zu La Aurora, der ältesten Tabacalera der Dominikanischen Republik, die Eduardo León Jimenes 1903 mit gerade einmal 18 Jahren gründete. Melden Sie sich hier an für eine der Führungen. La Aurora hat ein Besucherzentrum und hier lässt sich unter charmanter und erfrischender Führung alles betrachten und erfahren - von der Tabaksamenzucht bis zur fertigen Kiste mit Zigarren.
Kulinarisch bietet die Stadt viele moderne Restaurants mit modernen Angeboten von Sushi bis Ceviche, wie halt überall auf der Welt. Wirklich empfehlenswert ist Mofongo mit knusprig gebratenem Schweinebauch. Den essen Sie bei einem ehemaligen Radrennfahrer, der hinter seinem Velogeschäft eine Art Feierabendbar mit Food Truck betreibt.
Mofongo?
Mofongo ist im Grunde eine Mischung aus gestampftem und Knödel von Kochbananen. Dafür grüne, harte Kochbananen schälen, in Scheiben schneiden und im Fett in einer Pfanne weichfrittieren. Nicht zu heiss und nicht zu lange, sie sollen ihre gelbe Farbe behalten und nicht braun werden. Sie sollen nur lind und nicht geröstet sein. Zum Abtropfen auf einem Papier auslegen.
Die Bananen mit frittierter Schweineschwarte oder Grieben, Chicharrones genannt, sowie Knoblauch in einen Cutter geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Unter Zugabe von wenig Olivenöl durchmixen. Einerseits soll die Masse kompakt sein, andererseits soll es Struktur haben und das Knusprige von den Schweineschwarten soll erhalten bleiben. Jetzt je nach Wunsch eine Halbkugel oder Kugel formen und servieren. Nach dem Essen unbedingt ein Verdauungsnickerchen einplanen. Mofongo!
Dann ist die Route von Santiago de los Caballeros raus aus dem Cibao Tal über San Francisco de Macoris auf dem Weg nach Samaná eine Offenbarung, was die Krume der Äcker betrifft. Dieser tief rot-braune Boden ist beeindruckend und die Pflanzen darauf, von Bananen bis Maniok, erscheinen richtig fett. Das schwülstige Klima trägt seinen Teil zum Eindruck bei. Auf diesem Weg sind auch noch einige Museen sowie Kakao-Plantagen zu entdecken.
Für den Weg nach Samaná garantiert die «133» der Küste entlang eine einfach richtig schöne, traumhafte Fahrt.
Die Halbinsel Samaná war lange Zeit nicht wirklich erschlossen und bot so vielen Aussteigern, auch solchen mit «Dreck am Stecken», eine Gegend, in der man untertauchen konnte und eher nicht gefunden wurde. In den 1970ern begann der touristische Aufschwung, der vor allem von den Franzosen geprägt wurde. Entsprechend viele Franzosen sind hier hängen geblieben. Wobei mittlerweile die Italiener den Franzosen den Rang ablaufen, was sich auch an den Restaurants, Bäckereien und Kaffeebars bemerkbar macht. Eines ist hier garantiert: Guter Kaffee. Dieser ist ansonsten in der Dominikanischen Republik dünn gesät, obwohl viel Kaffee angepflanzt wird, damit das auch noch angemerkt ist.
Das pulsierende Zentrum der Halbinsel ist das langgestreckte Dorf Las Terrenas. Es schlurfen recht viele Alteuropäer und Hippies durch die Gegend. Auch hier gilt, Hotels meiden, Bungalows suchen. Es gibt richtig tolle und auch ökologische Anlagen. Nach Las Terrenas führt der weitere Weg zwangsläufig an DEN GEHEIMSTRAND, der von jedem Einheimischen und jedem Reiseführer empfohlen wird. El Valle. Es ist ein kleines Tälchen, mit einem kleinen Flüsschen am Rande eines Naturschutzgebietes mitten im Nirgendwo. Der Weg dorthin, naja, holprig ist das Vorwort. Irgendwo führt ein unscheinbares, kleines Weglein auf ein unscheinbar kleines verwildertes Parkplätzchen. Und ehe man sich versieht, schlarpt man mit dem Gepäck über einen Kiesweg durch den Jungle in dem die El Valle Lodge liegt. Man steht im Gestrüpp und fragt sich, was jetzt kommt. Was kommt ist eine freudige Überraschung. Im Grunde sind es alles offene, mit Stroh gedeckte Bungalows mitten im tropischen Wald. Das Bett in ein Moskitonetz gehüllt, Das Bad ist ein gedeckte Freiluftanalge und das Wohnzimmer eine Veranda. Und damit das auch gleich angemerkt ist, die Zimmer können erst gar nicht abgeschlossen werden, dafür gibt es Wachmänner.
Nachdem das Gepäck im Zimmer deponiert ist, ist die Liste der folgenden touristischen Tätigkeiten Glas klar: Vor dem Bungalow unter dem Blätterdach aufs Sofa sitzen, Flasche Rum öffnen, Cigarre in Brand stecken, Füsse hochlegen.
Weiter: An der Cigarre nuckeln, aus dem Wald heraus auf die Sumpf-Teich-Tümpel-Landschaft schauen, die einen glauben macht, gleich käme ein Gorilla um die Ecke gebogen. Das ist es jetzt, denkt man, besser wird es nicht. Doch dann schlurpt man weiter an den Strand hinunter und ist überwältigt. Und wer denkt, er werde am Strand von Kühen verfolgt, ja, doch doch, das gibt’s. Allerdings trotten die Kühe nicht den Touristen hinterher, sondern sie warten auf die Ebbe. Denn dann tritt der unterirdische Fluss zutage, der aus den Felsen quillt. Die Kühe warten auf das Süsswasser.
Der Mund des Teufels
Ganz allgemein ist Samaná mit ihrer hügeligen Landschaft ein Traum von einer Insel zum Rumkurven. Und wo man hinfährt, ist ein Strand schöner als der andere. Was man dann aber doch auf sich nehmen sollte – den Weg zum Mund des Teufels, La Boca del Diablo bei Las Galeras. Es ist ein erklärbares Schauspiel, aber nicht minder eindrucksvoll. Ein senkrechtes Loch in den Klippen, mit einer darunterliegenden Höhle, die mit der Bewegung des Meeres «ein- und ausatmet», und zwar mit einer Heftigkeit, die sich gewaschen hat. Das wirklich Interessante ist aber der Weg dorthin. Man fährt an Steinbrüchen vorbei. Die riesigen Felsblöcke wurden waagrecht aus den Klippen geschnitten. Die Folge sind riesige, rechteckige Höhlen und die Steinblöcke werden der Strasse entlang aufgereiht. Wobei, Strasse ist zu viel gesagt. Der Weg ist 4x4- oder Motorrad-tauglich.
Ganz allgemein gilt, von El Valle aus lässt sich mit dem auto eigentlich die ganze östliche Ecke der Halbinsel von Las Galeras bis Punta Balandra gut erkunden, die stecken sind auch immer sehr schön zu fahren. Antun sollte man sich die Playa Rincon. Ein unglaublich langer, goldener Strand. Auf der einen Seite beim Restaurant Cecilia mündet ein Süsswasserfluss in dessen kühlen Wasser sich die Einheimischen gerne tummeln. Am anderen Ende beim Restraurant Bar und Grill Minin werden Touristen verköstikgt - zu touristisch überteuerten Preisen aber bei der Aussicht mit Blick übers Meer eine grillierten Fische zu essen allemals empfehlenswert.
Bei Zurückfahren nimmt man nach Samaná wieder die «7» Richtung Süden, wechselt dann aber zum Beispiel bei Sabana Grande de Boya auf die «23», fährt Richtung Santo Domingo über Yamasá. Die Gegend um Yamasá ist wunderbar, der Boden ebenfalls sehr fruchtbar, allerdings mit viel Sumpfland. Früher hiess es, die Gegend sei für Tabak ungeeignet. Doch davon liess sich der Grand Seigneur des Tabaks, Hendrik Kelner, nicht beeindrucken. Jahrelang versuchte und kreuzte er Tabakpflanzen, bis er die richtige hatte. Heute ist der Tabak aus Yamasá eine Spezialität und gesucht.
Und dann, unerschrocken, mitten ins Getümmel, auf der «13» voll durch diesen ganzen Moloch hindurch immer geradeaus durch das Zentrum in die Altstadt von Santo Domingo rein. Das bietet ungeahnte Eindrücke. Wer den Mut hat, schlängelt sich durch die Stadtstrassen. Das Passieren von Armee-Quartieren bis Offroadpisten auf Autobahnen im Rohbau, die aber trotzdem schon befahren werden – es ist alles dabei. Die Altstadt, für die die es schaffen, einen Parkplatz zu ergattern, ist ein echt schöner Ort zum Flanieren und Shoppen.
Ach übrigens, der gute alte kubanische Rum Methusalem wird in der Dominikanischen Republik hergestellt. Nach der kubanischen Revolution haben Exilkubaner dort den Brand wieder aufgebaut. Ansonsten sind Barceló und Brugal die lokalen Rum-Matadoren. Während der Reise sind die Fabriken auch besuchbar. Brugal ist in Puerto Plata und Barceló ist bei Santo Domingo angesiedelt. Beide Unternehmen sind immer noch in Privatbesitz und werden von Menschen geführt, die auch den entsprechenden Namen tragen. Brugal und Barceló.
Auf der Rückfahrt lohnt sich auch noch ein Abstecher nach La Romana. Der Nationalpark Cotubanama ist ein Hort der dominikanischen Flora und Fauna. Von den über 500 Arten existieren über 50 nur gerade auf diesem kleinen Flecken, endemisch nennt man das. Man kann durch einen Kaktus- und Orchideenwald spazieren oder dem Strand und der Küste mit den Mangroven entlang streifen.
Und jetzt einen weiteren grossen Fehler vermeiden: Wer frei durch die Insel streift und sich dann am Vorabend des Rückfluges in einem dieser All-Inklusive-Bunker mit Zwangsunterhaltung und Vollbeschallung und künstlicher Bespassung einsperren lässt, versaut sich nur die Erlebnisse. Es gibt auch in Punta Cana kleine, familiengeführte Hotels.
