Ihre Geschichte beginnt gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in den kalten Wintermonaten am Bielersee. Während draussen Frost herrschte, arbeiteten die Brenner drinnen am Brennhafen. Der vergorene Traubentrester wurde gebrannt, der Kessel dampfte, der Raum war warm – ein seltener Luxus.
In dieser Hitze wärmten sich die Winzer nicht nur die Hände, sondern auch ihr Essen. Eine Wurst, aufgehängt über dem brodelnden Treber, erwärmte sich langsam und nahm gleichzeitig Aroma und Geist des Weins in sich auf. Was als einfache Pausenmahlzeit begann, wurde schnell zur Entdeckung: saftig, würzig, unverwechselbar.
Zunächst blieb die Treberwurst reines Winzeressen, gegessen unter sich, zwischen Arbeit, Dampf und Trester. Erst in den 1920er-Jahren öffneten die Winzer ihre Kellertüren für Gäste. Aus der praktischen Idee wurde ein Brauch, aus dem Brauch eine Tradition.
Heute ist die Treberwurst ein Winterritual: serviert direkt aus der Brennerei, gegart im Dampf der letzten Weinernte – ein Stück regionaler Geschichte, das man nicht liest, sondern isst.
Tradition und Region, darauf legen wir viel Wert und so taten wir uns mit einem der besten Metzger der Region zusammen und entwickelten unsere eigene Treberwurst, welche in sorgfältiger Handarbeit mit besten Zutaten gemacht und leicht geräuchert wird. An den Nachmittagen vor dem Essen wird der Merlot Traubentrester von Thomas Lindenmann aus Seengen gebrannt worauf die Würste anschliessend während Stunden im dampfend-heissen Brennhafen garen.
In Begleitung von Grossmutters Lauchgemüse und selbstgemachtem «Härdöpfelsalat» servieren wir die aufgeschnittenen Treberwürste unseren Gästen in der gemütlichen Atmosphäre unserer Brennerei und wünschen «en Guete».
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