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Oft heisst es, es gebe bei Cigarrentabaken zwei grosse Hauptstränge: Kuba und Brasilien. Das ist nicht grundsätzlich falsch, wenn man es vereinfacht auf Herkunft, Aromawelt und den praktischen Umgang mit Cigarren-Tabak bezieht – es ist jedoch schlicht unvolltändig. Botanisch betrachtet ist diese Vereinfachung jedoch nicht korrekt.
Fast aller Tabak, der für Cigarren und Cigaretten relevant ist, gehört zur Art Nicotiana tabacum, die auch als Virginischer Tabak oder Echter Tabak bezeichnet wird.
Kurz zu «echt» und «falsch»: Falschen Tabak gibt es natürlich nicht, sondern lediglich andere Nicotiana-Arten. Dazu gehört zum Beispiel Nicotiana rustica, der Bauerntabak, auch Machorka oder Aztekentabak genannt.
Bauerntabak ist ausserordentlich nikotinstark und wurde vor allem in Russland und Osteuropa angebaut und verwendet, unter anderem für die sowjetischen Papirossy. Eine Papirossa besitzt ein sehr langes, hohles Kartonmundstück, das vor dem Rauchen leicht zusammengedrückt wird. Der eigentliche Papierteil mit dem Tabak ist dagegen kurz.
Die Logik dahinter ist einfach: Das lange Mundstück schafft Abstand zur Glut und sorgt für kühleren Rauch; der kurze Tabakteil benötigt wenig Tabak, ist einfach aufgebaut, materialsparend und billig herzustellen.
Weiter gäbe es neben dem Bauertabak z. B. noch die Ziertabakarten, darauf gehen wir hier aber nun gar nicht ein.
Kommen wir also zurück zum Echten Tabak: Die Tabaklinien der heutigen Vielfalt sind vor allem Herkunfts-, Saatgut-, Zucht- und Verarbeitungslinien. Dazu gehören Cuban Seed beziehungsweise Havanensis, brasilianische Bahia- und Mata-Fina-Typen, Connecticut- und Broadleaf-Typen, Sumatra- und Indonesien-Typen, Burley, Virginia und weitere.
Für Cigarren ist die eingangs erwähnte Vereinfachung dennoch nicht völlig falsch. Zwei grosse Aromawelten sind tatsächlich kubanisch geprägte Habanensis-, Criollo- und Corojo-Linien sowie brasilianische dunkle Bahia-, Mata-Fina- und Arapiraca-Linien. Dazu kommen aber zwingend Connecticut, Sumatra/Java, Mexiko/San Andrés, dominikanische Olor- und Piloto-Linien sowie, im Bereich der Cigaretten, Virginia, Burley und Oriental.
Grobe Abstammungs- und Sortenlogik
Grundart: Nicotiana tabacum
Fast alle relevanten Kultur- und Handelstabake, ob aus der Dominikanischen Republik, Cuba, Nicaragua, Brasilien, Connecticut, Sumatra, Ecuador oder Zimbabwe, gehören botanisch zu Nicotiana tabacum, dem Echten oder Virginischen Tabak.
Diese Art bildet die Grundlage für Cigarren, Cigaretten, Pfeifen-, Kau- und Schnupftabak. Darunter liegen Marktklassen, Sortenfamilien, Saatgutlinien und Verarbeitungstraditionen.
Die Unterschiede liegen also nicht in der botanischen Art, sondern in Saatgutlinien, Züchtungen, Herkunft, Klima, Boden, Anbau, Trocknung, Fermentation und Verwendung.
A. Cigarren-Tabak
I. Kubanische / Havanensis-Linie
Dies ist die wichtigste Familie für Premium-Cigarren. Cuba gilt in der Cigarrenwelt als eine Art botanischer und kultureller Ursprung vieler moderner Premium-Cigarrentabake. Viele Cuban-Seed-Varianten werden heute in Nicaragua, Honduras, der Dominikanischen Republik, Ecuador, Mexiko und anderen Ländern angebaut.
Criollo
Criollo ist eine der alten kubanischen Grundlinien und gilt als Ursprung vieler kubanischer Seed-Varianten. In der Cigarrenwelt wird Criollo oft für Einlage und Umblatt verwendet, gelegentlich auch als Deckblatt.
Daraus beziehungsweise nahestehend:
Criollo 98
Criollo 98 ist eine moderne, krankheitsresistentere kubanische Linie. Sie wurde als widerstandsfähigere Weiterführung alter Criollo- beziehungsweise Havanensis-Typen entwickelt. Criollo 98 wird in Cuba und ausserhalb Cubas angebaut und häufig als Einlage, Umblatt oder Deckblatt verwendet. Die Linie steht für die Verbindung klassischer kubanischer Aromatik mit besserer agronomischer Stabilität.
Criollo 99 / Criollo-Varianten
In manchen Quellen wird Corojo 99 als Schwestersorte von Criollo 98 beschrieben; beide gehen auf ähnliche kubanische Zuchtarbeit zurück. Wichtig ist deshalb: Criollo 99 ist kein völlig anderer Hauptstrang, sondern eine nahe Variante beziehungsweise Selektion innerhalb der kubanischen Criollo-/Havanensis-Linie.
Corojo
Corojo ist eine kubanische Sorte, ursprünglich aus der Vuelta Abajo. Sie wurde in den 1940er-Jahren entwickelt und war als Deckblatt berühmt. In Cuba wurde sie wegen ihrer Krankheitsanfälligkeit jedoch weitgehend durch resistentere Sorten ersetzt.
Daraus beziehungsweise nahestehend:
Corojo 99
Corojo 99 ist eine moderne Weiterentwicklung der kubanischen Corojo-/Havanensis-Linie. Sie wurde gezüchtet, um die aromatische Deckblattqualität des klassischen Corojo mit besserer Widerstandskraft und Anbaustabilität zu verbinden. Je nach Herkunft, Klima, Blattposition und Fermentation wird Corojo 99 heute als Deckblatt, Umblatt oder aromatische Einlage verwendet. Die Linie steht für eine würzige, kräftige, kubanisch geprägte Aromatik.
Ecuador Corojo
Ecuador Corojo bezeichnet Corojo-Saatgut, das in Ecuador angebaut wird. Es wird häufig als Deckblatt verwendet.
Honduran Corojo
Honduran Corojo bezeichnet eine Corojo-Linie aus Honduras. Sie gilt oft als kräftig und würzig.
Habano / Habanos / Havanensis
Habano bezeichnet im Cigarrenkontext meist kubanischstämmiges Saatgut, das ausserhalb Cubas angebaut wird. Es ist keine einzelne Sorte, sondern eher eine Herkunfts- und Stilbezeichnung.
Daraus:
Habano 2000
Habano 2000 ist eine moderne, kubanisch geprägte Saatgutlinie, entstanden aus Zuchtarbeit mit klassischen Havanensis-/Corojo-Typen und robusteren Linien. Ziel war es, die aromatische Qualität und Deckblatteignung kubanischer Tabake mit besserer Widerstandskraft gegen Krankheiten und stabilerem Anbau zu verbinden.
In der Cigarrenproduktion wird Habano 2000 häufig als Deckblatt oder Umblatt verwendet und steht für eine kräftige, würzige, oft etwas erdig-pfeffrige Aromatik. In den 1990er-Jahren war Habano 2000 sehr populär, wird heute aber weniger häufig eingesetzt. Ein Grund dafür war, dass das Blatt zwar aromatisch interessant war, aber nicht immer so elegant, fein und berechenbar ausfiel, wie man es sich für ein hochwertiges Deckblatt wünschte. Je nach Anbau und Fermentation konnte es kräftig, dunkel, erdig und teilweise rustikal wirken. Oft waren die Blätter auch dick und ölreich. Das konnte zu schwierigem und unregelmässigem Abbrand führen, vor allem wenn Fermentation, Reifung und Verarbeitung nicht absolut sauber waren.
Habano Ecuador
Habano Ecuador bezeichnet Habano-Saatgut, das in Ecuador gezogen wird. Es ist heute sehr wichtig für moderne Deckblätter.
Nicaraguan Habano
Nicaraguan Habano bezeichnet eine Habano-Linie aus Nicaragua. Sie wirkt oft kräftig, würzig und mineralisch.
Piloto Cubano
Piloto Cubano ist dominikanischer Cigarrentabak aus kubanischem Saatgut, angepasst an dominikanische Böden. Er ist wichtig für Einlage, Körper und Aroma und gilt als einer der prägenden dominikanischen Tabake.
Daraus beziehungsweise nahestehend:
Piloto Cubano
Kräftiger, aromatischer dominikanischer Fülltabak.
San Vicente
San Vicente ist eine dominikanische Havanensis-Linie. Sie wirkt oft milder und runder als Piloto.
Intabaco T-13
Intabaco T-13 ist eine dominikanische Zuchtlinie und wird in dominikanischen Sortenlisten als Havanensis-Typ geführt.
II. Dominikanische Eigenlinien
Olor Dominicano
Olor Dominicano ist eine traditionelle dominikanische Linie. Olor wirkt oft etwas leichter, neutraler und harmonisierend und ist sehr wichtig für ausgewogene Blends. Er bringt nicht immer spektakuläre Kraft, aber Balance.
Daraus beziehungsweise Varianten:
Olor Dominicano
Klassischer dominikanischer Einlagetabak.
Olor San Víctor, Quin Díaz, Chago Díaz, Papayo, Amarillo Parado, Tumba Rancho, Carbonell
Lokale dominikanische Olor-Varianten, die in dominikanischen Sortenlisten geführt werden.
Local Criollo / dominikanische Criollo-Typen
Dominikanische lokale Criollo-Tabake:
Pitrinche
Rabito
Punta de Lanza
Diese werden in dominikanischen Übersichten als lokale Criollo-Typen genannt.
III. Brasilianische Linie
Die brasilianische Linie, besonders Bahia und das Recôncavo-Gebiet, liefert dunkle, süssliche, erdige und ölige Cigarrentabake. Viele davon sind für Maduro-Deckblätter, Umblatt und kräftige Einlage interessant. Mata Fina gilt als einer der bekanntesten brasilianischen Cigarrentabake.
Mata Fina
Mata Fina ist der berühmteste brasilianische Cigarrentabak. Er ist dunkel, sonnengewachsen, oft süsslich, erdig und ölig. Mata Fina ist sehr wichtig für Maduro-Deckblätter und aromatische Blends.
Daraus beziehungsweise nahestehend:
Mata Fina
Klassische Bahia-/Recôncavo-Linie.
Mata Norte
Mata Norte ist eine Subvarietät beziehungsweise regionale Variante von Mata Fina aus dem nördlichen Recôncavo-Gebiet. Sie wird oft als kräftiger, erdiger und voller beschrieben.
Arapiraca
Arapiraca ist ein brasilianischer dunkler Tabak, der oft für Deckblatt und Maduro verwendet wird. Die Blätter sind meist grösser und dunkler. Arapiraca wirkt häufig etwas milder als Mata Fina, eignet sich aber gut für Fermentation und dunkle Deckblätter.
Cubra
Cubra ist brasilianischer Tabak mit kubanischem Einschlag. Der Name wird oft als Verbindung von Cuba und Brazil gelesen. Gemeint ist Tabak, der in Brasilien wächst, dessen Saatgut oder züchterische Prägung jedoch auf kubanische Linien zurückgeht. Daraus entsteht ein brasilianischer Tabak mit kubanisch inspirierter Aromarichtung.
Brasilianischer Sumatra
Brasilianischer Sumatra bezeichnet Sumatra-Saatgut, das in Brasilien angebaut wird. Es wird als brasilianischer Deckblatt-Typ geführt, ist aromatisch aber oft weniger dominant als Mata Fina oder Arapiraca.
IV. Connecticut-Linie
Connecticut-Tabak ist ein Sonderfall im Cigarrentabakbau. Er wächst deutlich nördlicher als die klassischen Tabakregionen der Karibik oder Mittelamerikas. Gerade das gemässigte Klima, die fruchtbaren Böden des Connecticut River Valley und die besondere Anbauweise, etwa unter Schattentüchern beim Connecticut Shade, prägen seinen eigenständigen Charakter.
Connecticut ist nicht einfach «kubanisches Saatgut im Norden», sondern hat im Lauf der Zeit eigene, lokal angepasste Tabaklinien entwickelt.
Historisch kamen verschiedene Einflüsse zusammen: zuerst lokale beziehungsweise Virginia-nahe Tabake, später Broadleaf, dann Havana Seed und Ende des 19. Jahrhunderts auch Sumatra-Einfluss. Farmer und Versuchsstationen im Connecticut River Valley experimentierten mit Saatgut, Anbau und Verarbeitung, um Blätter zu erhalten, die im nördlichen Klima gute Cigarren-Deck- und Umblätter ergaben.
Connecticut Shade
Connecticut Shade ist unter Schatten angebautes Deckblatt aus Connecticut-Saatgut. Es ist hell, fein, mild und elegant. Heute ist dieser Typ auch in Ecuador sehr wichtig.
Daraus:
Connecticut Shade USA
Klassisch, teuer und fein.
Ecuador Connecticut
Ecuador Connecticut bezeichnet Connecticut-Saatgut, das in Ecuador angebaut wird. Durch die natürliche Wolkendecke kommt es dort oft ohne klassische Schattentücher aus. Es ist in modernen milden Cigarren sehr verbreitet.
Connecticut Broadleaf
Connecticut Broadleaf ist ein breitblättriger, dunkler und robuster Tabak. Er ist wichtig für Maduro-Deckblätter und wirkt oft süss, erdig und kräftig. Broadleaf ist eine eigene, stark verbreitete Deckblattfamilie.
Daraus:
USA Connecticut Broadleaf
Klassisches Maduro-Deckblatt.
Pennsylvania Broadleaf
Pennsylvania Broadleaf ist eine ähnliche breite und kräftige Linie. Sie wirkt häufig stark und dunkel.
V. Sumatra- / Java-Linie
Sumatra- und Java-Tabak sind keine indonesischen Urpflanzen, sondern ebenfalls Nicotiana tabacum. Die Pflanze gelangte nach Asien und entwickelte dort unter Klima, Boden, Saatgutauswahl und Verarbeitung eigene Stilrichtungen. Besonders Sumatra wurde für feine, elastische und aromatisch zurückhaltende Deckblätter bekannt; Java eher für etwas neutralere, gut brennende Um- und Einlagetabake.
Sumatra
Sumatra ist ein feines, elastisches Deckblatt, oft würzig und leicht süsslich.
Daraus:
Ecuador Sumatra
Ecuador Sumatra bezeichnet Sumatra-Saatgut, das in Ecuador angebaut wird. Es ist heute sehr wichtig als Deckblatt.
Brazilian Sumatra
Brazilian Sumatra bezeichnet Sumatra-Saatgut, das in Brasilien angebaut wird.
Nicaraguan Sumatra / Honduran Sumatra
Diese Bezeichnungen hängen je nach Produzent von Saatgutlinie und Anbauland ab.
Java
Java ist indonesischer Tabak, der oft als Umblatt oder Deckblatt verwendet wird. Er wirkt meist etwas milder, würzig und trocken.
Besuki
Besuki-Tabak stammt aus der Region Besuki auf Ost-Java und ist damit ein Java-Tabak im geografischen Sinn. Er ist aber kein blosser Ableger von Sumatra, sondern ein eigener Stil: meist gut brennend, elastisch, feinwürzig bis neutral und deshalb besonders für Umblatt oder Deckblatt geeignet.
VI. Mexikanische Linie
San Andrés Negro
San Andrés Negro ist ein mexikanischer dunkler Tabak aus der Region San Andrés Tuxtla. Er ist berühmt als Maduro-Deckblatt und wirkt erdig, dunkel, würzig und süsslich.
Daraus beziehungsweise nahestehend
Negro San Andrés
Wichtiger mexikanischer Deckblatt- und Umblatt-Tabak.
San Andrés Maduro
Handelsübliche Bezeichnung für dunkel fermentierte Deckblätter aus San Andrés.
VII. Kamerun / Afrika-Linie
Cameroon
Kamerun-Tabak ist kein afrikanischer Ur-Tabak, sondern ebenfalls Nicotiana tabacum. Sein Stil entstand aus eingeführten Saatgutlinien, oft mit Sumatra-Bezug, die in Zentralafrika unter warm-feuchtem Klima, fruchtbaren Böden und diffuser Sonneneinstrahlung einen eigenen Charakter entwickelten: fein, elastisch, süss-würzig, holzig und als Deckblatt besonders geschätzt.
African Sumatra / Cameroon Seed
Je nach Produzent handelt es sich dabei um Bezeichnungen für afrikanisch gezogene Deckblätter aus Sumatra-nahen Linien.
Zimbabwe
Zimbabwe ist vor allem für Virginia-Tabak bekannt, also hellen, flue-cured Tabak. Daneben gibt es aber auch Burley sowie in kleinerem Umfang Oriental und Dark-Air-Cured-Tabake. Die zimbabwische Forschung hat dafür eigene Sorten und Saatgutlinien entwickelt.
B. Cigaretten-, Pfeifen- und allgemeine Tabaktypen
Hier geht es weniger um Cigarrensorten, sondern um Marktklassen und Trocknungsmethoden. Die grossen Klassen für Cigaretten sind Virginia/flue-cured, Burley/air-cured und Oriental/sun-cured. USDA-Quellen unterscheiden grosse Klassen wie flue-cured, fire-cured, air-cured/Burley sowie Cigar filler, Cigar binder und Cigar wrapper.
VIII. Virginia / Flue-cured
Virginia ist der wichtigste helle Cigarettentabak. Flue-cured bedeutet, dass der Tabak indirekt mit Wärme getrocknet wird. Virginia-Tabak hat seinen Namen von der historischen Tabakregion Virginia, meint heute aber keine eindeutig aus Virginia stammende Sorte. Der Begriff bezeichnet vor allem einen hellen, meist flue-cured Tabaktyp: zuckerreich, hell, süsslich und weltweit angebaut. Das Saatgut und die heutigen Sortenlinien sind Ergebnis langer Selektion und Züchtung, nicht einfach eine unveränderte Herkunftssorte aus Virginia.
Daraus:
Bright Virginia
Hell, süss und Basis vieler Cigaretten
Flue-cured Virginia
Technische Marktklasse, Regionale US-Bezeichnungen
Old Belt / New Belt Virginia
Verwendung: Cigaretten, Pfeife, teilweise Blend-Komponenten.
IX. Burley
Burley ist luftgetrocknet, enthält weniger Zucker und besitzt eine hohe Aufnahmefähigkeit für Zusätze und Aromen. Er wirkt nussig, trocken und wird häufig in American-Blend-Cigaretten verwendet. Burley entstand historisch als White Burley im 19. Jahrhundert in den USA und wurde später zentral für Kau-, Pfeifen- und Cigarettentabak.
Daraus:
White Burley
Historische Hauptlinie
Burley Filler Type
Leichter, neutraler Burley-Typ.
Burley Flavor Type
Kräftiger, aromatischer Burley-Typ.
Verwendung: Cigaretten, Pfeife, Kautabak, teilweise Cigarillo- und Einlage-Tabak.
X. Oriental / Turkish
Orientalische beziehungsweise türkische Tabake sind kleinblättrige, sonnengetrocknete Tabake aus Griechenland, der Türkei, Bulgarien, Nordmazedonien und weiteren Regionen. Sie sind würzig, aromatisch, meist nikotinarm und wichtig für American Blends und orientalische Mischungen.
Daraus:
Smyrna / Izmir
Basma
Yenidje / Xanthi
Katerini
Drama
Verwendung: Cigaretten, Pfeife.
XI. Dark air-cured
Dark air-cured bezeichnet dunkel luftgetrocknete Tabake. Sie sind kräftig, nikotinreicher und erdig. Sie sind nicht dasselbe wie Burley, obwohl sie ebenfalls luftgetrocknet werden; es handelt sich um eigene dunkle Typen.
Daraus:
Kentucky Dark Air-cured
Green River
One Sucker / Little Crittenden, je nach regionaler Linie
Verwendung: Kautabak, Schnupf, Pfeife, teilweise Cigarren- und Cigarillo-Blends.
XII. Fire-cured
Fire-cured bedeutet, dass der Tabak über Holzrauch getrocknet wird. Dadurch wird er rauchig, kräftig und dunkel.
Daraus:
Kentucky Fire-cured
Dark Fired Kentucky
Tennessee Fire-cured
Verwendung: Pfeife, Kautabak, Snus/Schnupf, Spezialcigarren.
XIII. Perique
Perique ist ein Spezialtabak aus Louisiana, der unter Druck fermentiert wird. Er ist sehr würzig, fruchtig und pfeffrig und wird meist nur als Würztabak eingesetzt.
Verwendung: Pfeife, selten Cigarrenexperimente.
XIV. Latakia
Latakia ist ein rauchgetrockneter orientalischer Tabak, traditionell aus Syrien, heute vor allem aus Zypern. Er wirkt sehr rauchig, ledrig und würzig.
Verwendung: Pfeifentabak, kaum Cigarren.
