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  Interessante Artikel aus der Presse Woche 38: Das Richtige tun mit Stift und Papier | Laura Maria Marsueschke: «Ich bin die Bar» | In diesem exklusiven italienischen Restaurant gibt es nur einen Tisch | Sie wollen ein besserer Koch werden? Vertrauen Sie Ihren Sinnen | Demokratie" durch und für die Eliten | uralte Rezeptur: Das Geheimnis eines römischen Giraffenbratens | «So geht man doch nur mit einem Betrieb um, den man nicht schätzt» sagt Wirt Markus Duner über die Stadt Zürich.

 

 

+ Entscheidungen: Das Richtige tun mit Stift und Papier (Manager Magazin)

+ Podcast: Frisch an die Arbeit. Laura Maria Marsueschke: "Ich bin die Bar" (Zeit)

+ In diesem exklusiven italienischen Restaurant gibt es nur einen Tisch (Bloomberg)
At This Exclusive Italian Restaurant, There’s Just One Table (Bloomberg)

+ Sie wollen ein besserer Koch werden? Vertrauen Sie Ihren Sinnen. (New York Times)
Want to Be a Better Cook? Trust Your Senses. (New York Times)

+Demokratie" durch und für die Eliten (The Wall Street Journal)
‘Democracy’ by and for the Elites (Wall Street Journal)

+ Experimente mit uralter Rezeptur: Das Geheimnis eines römischen Giraffenbratens (Spiegel | Paid Content)

+ Nach 18 Jahren wird das «Primitivo» am Oberen Letten in neue Hände übergeben. «So geht man doch nur mit einem Betrieb um, den man nicht schätzt», sagt der Wirt über den Entscheid der Stadt Zürich (Neue Zürcher Zeitung)

 

Entscheidungen: Das Richtige tun mit Stift und Papier (Manager Magazin)

Wenn wir eine digitale Speisekarte studieren, entscheiden wir uns eher für die ungesunde Essensvariante. Warum ist das so?

Macht es einen Unterschied, ob wir eine Entscheidung auf einem elektronischen Gerät fällen oder mit Stift und Papier? Auf jeden Fall, sagen zwei Marketingprofessorinnen aus den USA und China: Auf Papier getroffene Entscheidungen fallen ethisch vorbildlicher und vernünftiger aus als solche auf einem digitalen Gerät. Das ist das Ergebnis einer Studie  mit über 2500 Teilnehmenden in den USA und China.Die Probanden wurden vor Entscheidungen gestellt, die eine moralische Komponente enthielten, zum Beispiel für eine Wohltätigkeitsorganisation zu spenden oder eine gesunde oder ungesunde Vorspeise im Restaurant zu wählen. Für ihre Entscheidungen nutzten sie ein digitales Tablet oder ein Papierformular.

 

Podcast: Frisch an die Arbeit. Laura Maria Marsueschke: "Ich bin die Bar" (Zeit)

Laura Maria Marsueschke besitzt die Thelonious Bar in Berlin. Im Podcast erzählt sie, warum sie keinen Alkohol am Tresen trinkt und warum sie Deko oft überflüssig findet. "Wenn du was bestellst, was ich nicht empfehlen würde, dann bist es am Ende immer noch du, der ihn trinkt", sagt Laura Maria Marsueschke, die die Thelonious Bar auf der Weserstraße in Berlin-Neukölln betreibt. "Du bestellst den Drink, du trinkst ihn und im besten Fall bezahlst du ihn. Ob ich den jetzt gut finde oder nicht, ist absolut sekundär."

 

In diesem exklusiven italienischen Restaurant gibt es nur einen Tisch (Bloomberg)

Ein Abendessen im Solo per Due ist der ultimative Ausgehabend.

Ist es möglich, ein einzigartiges kulinarisches Erlebnis in der Nähe von Rom zu entdecken, das wie ein Geheimnis wirkt? Etwas, das noch nicht durch Stanley Tuccis Searching for Italy oder die Wanderungen des verstorbenen Anthony Bourdain bekannt geworden ist? Es ist möglich. Dieser Ort ist das Solo per Due, das nur einen Tisch für zwei Personen bietet und sich selbst als das kleinste Restaurant der Welt bezeichnet. 

Versteckt in den grünen, nicht überlaufenen Sabiner Hügeln, etwa 70 Kilometer vom Zentrum Roms entfernt, ist Solo per Due seit über 30 Jahren ein Ort für romantische Abendessen, sagt Gründer Remo Di Claudio. Bei diesem Erlebnis geht es nicht nur um das Essen, sondern auch darum, dass man bei seiner Verabredung Brownie-Punkte sammelt. 

At This Exclusive Italian Restaurant, There’s Just One Table (Bloomberg)

Dinner at Solo per Due is the ultimate date night.

Is it possible to uncover a singular dining experience in the vicinity of Rome that feels like a secret? Something that hasn’t blown up, thanks to Stanley Tucci’s Searching for Italy or the late Anthony Bourdain’s wanderings? It is possible. That place is Solo per Due, which boasts just one table for two and bills itself as the world’s smallest restaurant. 

Tucked in the verdant, uncrowded Sabine hills about 70 kilometers (40 miles) from central Rome, Solo per Due has been a place for romantic dinners for more than 30 years, says founder Remo Di Claudio. The experience is as much about earning Brownie points from your date as it is about the food. 

 

Sie wollen ein besserer Koch werden? Vertrauen Sie Ihren Sinnen. (New York Times)

Wenn Sie auf Ihre Augen, Ihren Geruch, Ihr Geräusch und Ihr Gefühl achten, können Sie sich besser orientieren, als wenn Sie einfach nur ein Rezept befolgen, schreibt Yewande Komolafe.

Eine meiner Lieblingsepisoden von "This American Life" beginnt mit einem Gespräch zwischen dem Moderator Ira Glass und dem kulinarischen Griot und Autor Vertamae Smart-Grosvenor. In der Folge beschließt Mr. Glass, die Behauptung von Frau Smart-Grosvenor zu testen, dass sie erkennen kann, wann ein Huhn fertig gebraten ist, indem sie einfach dem Öl zuhört. Er spielt Aufnahmen von heißem Fett ab: das anfängliche Brutzeln des sich in die Pfanne schmiegenden Hühnchens, die kräftigeren Blasen, wenn sich das Öl wieder erhitzt, und das abschließende Rumpeln, wenn sich das Hühnchen verwandelt.

Ich erkannte diese Geräusche sofort und konnte mir vorstellen, wie sich die Farbe des Hähnchens von mehlig weiß zu bernsteinfarben veränderte. Während Frau Smart-Grosvenor zuhörte, vertraute sie ihren eigenen Sinnen - und dem, was die Zutaten ihr verrieten. Ich weiß, dass man nur durch die Schärfung seiner Sinne ein guter Koch werden kann.

Wenn Kochen der taktile Prozess der Verarbeitung von Zutaten ist, dann ist ein gutes Rezept ein Weg, der jeden, der ihm folgt, zum gewünschten Ergebnis führen sollte. Aber die Worte auf einer Seite sind nicht die einzigen Zeichen, die den Weg markieren. Kochen ist in Wirklichkeit eine Übung im Erkennen von Mustern, im Lösen von Problemen und, vielleicht am wichtigsten, im Vertrauen auf unsere Sinne.

Want to Be a Better Cook? Trust Your Senses. (New York Times)

Paying attention to sight, smell, sound and feel will steer you in ways that simply following a recipe cannot, Yewande Komolafe writes.

One of my favorite episodes of “This American Life” begins with a conversation between the host Ira Glass and the culinary griot and author Vertamae Smart-Grosvenor. In the episode, Mr. Glass decides to test Ms. Smart-Grosvenor’s claim that she can tell when chicken is done frying by simply listening to the oil. He plays recordings of hot grease: the initial sizzles of battered chicken nestling into the pan, the more vigorous bubbles as the oil heats back up, the final rumbles as the chicken transforms.

I recognized those distinct sounds immediately and could envision the chicken’s color deepening from floury white to amber. As Ms. Smart-Grosvenor listened, she was trusting her own senses — and what the ingredients revealed to her. That honing of the senses, I know, is how you become a great cook.

If cooking is the tactile process of transforming ingredients, a good recipe is a path that should lead anyone who follows it to the desired result. But the words on a page are not the only signs that mark the way. Cooking is really an exercise in pattern recognition, problem solving and, maybe most important, trusting our senses.

 

Demokratie" durch und für die Eliten (The Wall Street Journal)

Tocqueville sagte voraus, dass eine "immense und vormundschaftliche Macht" an die Stelle einer echten Volksherrschaft treten würde.

Die Rede von Präsident Biden am 1. September in Philadelphia zum Thema "Einheit" ist ein treffendes Beispiel für die Verwirrung, die das Konzept der Demokratie umgibt. Biden erklärte, dass die MAGA-Republikaner "die Grundlagen unserer Republik" bedrohen. Der Ausdruck "Bedrohung der amerikanischen Demokratie" ist heutzutage so alltäglich, dass er kaum noch eine Bedeutung hat - außer, dass er die herrschende Ideologie unserer Zeit auf den Punkt bringt, eine Ideologie, die so allgegenwärtig ist, dass sie fast unbemerkt bleibt. Sie ist wie die Luft, die wir atmen.

Ich nenne sie Demokratismus. Es handelt sich um ein fantasievolles und idealistisches Verständnis von Volksherrschaft, das die einfachen Menschen verachtet und sich auf einen Kader von so genannten Experten stützt, die die Hebel der Macht bedienen. In dieser Ideologie sind "Demokratie" und "das Volk" ein rhetorischer Deckmantel für den Willen der Eliten. Denken Sie an die Zensur von Fehlinformationen in den sozialen Medien im Namen der "Unterstützung der Demokratie" und der "Wahrung der Meinungsfreiheit". Wie kommt es, dass Zensur als Wahrung der freien Meinungsäußerung durchgeht?

‘Democracy’ by and for the Elites (Wall Street Journal)

Tocqueville predicted that an ‘immense and tutelary power’ would replace genuine popular rule.

President Biden’s Sept. 1 speech in Philadelphia on “unity” is a poignant example of the confusion surrounding the concept of democracy. Mr. Biden declared that MAGA Republicans threaten “the very foundations of our republic.” The phrase a “threat to American democracy” is so commonplace these days that it hardly carries any meaning—except that it encapsulates the reigning ideology of our time, an ideology so pervasive that it almost goes unnoticed. It is like the air we breathe.

I call it democratism. It is an imaginative and idealistic understanding of popular rule that disdains ordinary people and looks to a cadre of so-called experts to operate the levers of power. Under this ideology, “democracy” and “the people” are rhetorical cover for the will of the elites. Think of social media’s censorship of misinformation in the name of “supporting democracy” and “upholding free expression.” How is it that censorship passes as upholding free expression?

 

Experimente mit uralter Rezeptur: Das Geheimnis eines römischen Giraffenbratens (Spiegel | Paid Content)

Im antiken Rom kam kaum ein Essen ohne die Würzsoße Garum aus, hergestellt aus fermentiertem Fisch. Heute tüfteln Aromenforscher mit ähnlichen Verfahren. Wie schmeckt die Antike?

 

Nach 18 Jahren wird das «Primitivo» am Oberen Letten in neue Hände übergeben. «So geht man doch nur mit einem Betrieb um, den man nicht schätzt», sagt der Wirt über den Entscheid der Stadt Zürich(Neue Zürcher Zeitung)

Seit Jahren prägt die Letten GmbH das Sommerlokal an der Limmat. Im Oktober geht eine Ära abrupt zu Ende.

Das Freiluftrestaurant Primitivo am Oberen Letten gehört zu den sicheren gastronomischen Werten an der Limmat in Zürich. Das im Sommer gut besuchte Selbstbedienungslokal steht für die erfolgreiche Aufwertung des Viertels rund um den stillgelegten Bahnhof Letten, das in den 1990er Jahren vom Drogenelend gezeichnet war.

Seit 18 Jahren verpflegen sich hier jugendliche und jung gebliebene Gäste bei schönem Wetter, auch auf dem dazugehörenden Sonnendeck. Dies ist noch bis am 2. Oktober täglich von früh bis 24 Uhr möglich, sofern es nicht regnet.

Danach ist Schluss mit dem Freiluftlokal, zumindest in der Art, wie es die Zürcherinnen und Zürcher kennen. Ab dem nächsten Frühling wird beim beliebten Flussbad nicht mehr die Letten GmbH wirten, sondern die Maag Music & Arts AG. Damit wird auch der Name «Primitivo» verschwinden, denn die neue Sommerküche nennt sich «Gump».

Markus Duner, seit 2006 Mitinhaber der Letten GmbH und Geschäftsführer des «Primitivo», sagt, er akzeptiere den Entschluss der Stadtzürcher Liegenschaftsverwaltung. Aber er sei enttäuscht.