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  WERKSTATT | KURS: Vom Tabak im Garten zur Zigarre. Wie Thomas Fisler in seiner Zigarrenwerkstatt die Zeit entschleunigt.

Es gibt Orte, die erzählen Geschichten, bevor man ein Wort sagt. Kleine Räume, in denen Hände arbeiten, Zeit sichtbar wird und ein Stück Genuss wortwörtlich aus dem eigenen Boden wächst. So ein Ort ist die www.zigarrenwerkstatt.ch in Zürich, wo ein Mann namens Thomas Fisler die Zigarre von der Pflanze bis zur Handgerollten Zigarre im eigenen Garten gedeihen lässt. Er hat das in Eigenregie erlernt. Wer Interesse hat – Fisler gibt seine autodidaktischen Erkenntnisse weiter und veranstaltet dazu kleine Kurse an der Rasenkante für die praxisbasierte Entwicklung von Schrebergarten-Puros.

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Text: Marko Ferrari |  Bild: zVg
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Was braucht es, damit der Samen keimt, welcher Boden ist für das Wachstum von Tabak gut, wie wird er gedüngt und wieviel Wasser benötigt das Wachstum. Das ist die eine Seite. Doch das ist lediglich der erste Schritt von vielen. Danach kommt die Ernte zu richtigen Zeitpunkt, das korrekte Trocknen und dann die Fermentation.

Beim Trocknen verliert das Tabakblatt kontrolliert Wasser, die Zellatmung läuft noch eine Zeit lang weiter, Chlorophyll wird abgebaut, Stärke in Zucker umgewandelt und so wandelt sich das rohe, grüne Blatt langsam in aromatisch verwertbaren zumeist Ockerfarbenen bis hellbraunen Tabak.

Bei der Fermentation von Tabak werden die zuvor getrockneten Blätter durch kontrollierte Wärme, Feuchtigkeit und mikrobiologische Prozesse enzymatisch umgebaut, wobei Eiweisse, Zucker und Bitterstoffe abgebaut, Ammoniak und überschüssiges Nikotin reduziert und so Aroma, Milde und Brennverhalten entscheidend veredelt werden.

Nach der Fermentation beginnt der eigentliche handwerkliche Akt: das Sortieren und Rollen. Aus den gereiften Blättern werden zunächst drei Funktionen bestimmt. Die Einlage bildet das aromatische Innenleben und ist verantwortlich für Zug und Charakter. Sie wird locker gebündelt – niemals gepresst –, denn nur eine luftige Struktur ermöglicht später einen gleichmässigen Abbrand. Um dieses Bündel legt sich das Umblatt, das der Zigarre Stabilität und Form verleiht; es wird straff, aber elastisch gerollt, sodass Spannung entsteht, ohne das Innenleben zu ersticken. Den Abschluss bildet das Deckblatt, das äussere Kleid der Puro: fein, möglichst makellos, diagonal zugeschnitten und mit gleichmässiger Spannung um den Körper geführt. Jede Unachtsamkeit zeigt sich später im Brandbild. Der Kopf wird sauber verschlossen, traditionell mit einem pflanzlichen Naturkleber wie Tragant. Anschliessend braucht die frisch gerollte Zigarre Ruhe – zwei bis vier Wochen mindestens –, damit sich Feuchtigkeit und Struktur ausgleichen und aus einem gerollten Blattbündel eine rauchfertige Einheit wird. Viel Werkzeug braucht es dafür nicht: ein scharfes Messer, optional ein Rollbrett – und vor allem Gefühl in den Fingern.

Wenn sich das Thomas Fisler alles selbst beigebracht hat, dann sollten ihm Interessierte auch zuhören. Hier können sie sich bei ihm melden und zu Kursen informieren – Er macht das einfach aus Freude an der Sache.

Kontakt: info@zigarrenwerkstatt.ch