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  Das Pauli Magazin Newsletter 14.Oktober 2025: Wird «Fleischtomate» verboten? – Die EU ist eine Kackwurst mit Realitätsverlust.

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BILATERALE EU-VERTRÄGE? UM HERGOTTSHÄRDÖPFELSWILLEN, DANN WERDEN FLEISCHTOMATEN VERBOTEN? DIE EU IST EINE KACKWURST MIT REALITÄTSVERLUST.
Liebe Leserin, lieber Leser
Letzte Woche hat die EU beschlossen, dass eine Gemüsewurst nicht mehr Wurst und ein veganes Schnitzel nicht mehr Schnitzel heissen darf. Und was ist, wenn ich einen Schwefelporling pochiere, in Scheiben schneide, paniere und sautiere? Dann darf ich nicht mehr Pilzschnitzel sagen! Und was ist mit der englischen Bezeichnung des Schwefelporlings Chicken of the Woods? Ist künftig auch das Aussprechen von Fleischtomate strafbar? Und ist Hanswurst jetzt eine unzulässige Personenbezeichnung?
Echt jetzt! Der deutsche Motor stottert und die Seele der Bundesrepublik liegt im Staub, Frankreich droht die Bauchlandung mit Bankrott, Europa steht am Rand eines grossen Krieges und ist kaum verteidigungsfähig - und die beschäftigen sich mit Wortklauberei gegen vegane Produkte? Die EU ist eine Kackwurst mit Realitätsverlust – Brüssel reguliert, während Europa brennt. Genau deshalb dürfen wir in der Schweiz die neuen Bilateralen Verträge mit der EU nicht annehmen, denn solche technokratischen Irrwege müssten wir dann automatisch übernehmen. Bleiben wir selbständig und entscheiden über unseren eigenen Quatsch mit Sauce.
In Note-by-Note Cooking: The Future of Food vertritt der französische Physikochemiker und Mitbegründer der molekularen Gastronomie Hervé This (in früheren Publikationen This- Benckhardt) die These, dass Kochen ein physikalisch-chemischer Prozess ist und dass man mit präziser Kenntnis der Moleküle alles nachbilden kann: von Foie gras ohne Leber bis zu Eiweissschaum ohne Ei. Das ist nicht nur Wissenschaft, sondern auch Provokation – eine Herausforderung für die traditionelle Küche und ihre emotionalen Narrative:
«Avec les bonnes molécules, je peux reproduire n’importe quelle saveur et n’importe quelle texture.»
Wenn diese These von Hervé This Realität wird und auf die KI-Kochroboter der übernächsten Generation trifft – und das wird geschehen, es ist lediglich eine Frage der Zeit – dann ist der Beruf des Koches wie wir ihn heute verstehen Geschichte.
Ich muss gestehen, als ich diesbezüglich über die Homepage der Circus Group mit ihrem KI- Robotersystem für autonome Versorgungsinfrastruktur stolperte, bin ich erschrocken. Es scheint, als hätten diese zwischen zwei meiner Atemzügen die Prototypenphase verlassen und die modulare Skalierbarkeit und damit die Marktreife erlangt. Die Serienproduktion der KI-Kochroboter startete im April 2025 und ich habe das nicht bemerkt. Wir haben hier in Das Pauli Magazin das Thema aufbereitet und dazu unsere Sicht zu kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen skizziert.
Die Geschichte des weissen Zuckers ist blutrot. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert verband der Atlantische Dreieckshandel, der auf maximaler Ausbeutung basierte, Europa, Afrika und Amerika: Europäische Händler verschifften Fertigwaren wie Waffen, Textilien und Alkohol nach Westafrika, wo sie gegen versklavte Menschen eingetauscht wurden. Diese wurden unter grausamen Bedingungen über den Atlantik in die Karibik und nach Süd- und Nordamerika transportiert, um dort auf Zucker-, Kaffee-, Tabak- und Baumwollplantagen zu arbeiten. Die Schiffe kehrten anschliessend mit diesen begehrten Kolonialwaren nach Europa zurück, wo sie gewinnbringend verkauft wurden – und der Kreislauf begann von vorn.
Dieses System war nicht nur ökonomisch profitabel, sondern auch zentral für die Entstehung der globalen Konsumgesellschaft und die Verfestigung rassistischer Machtstrukturen. Die
Zuckerindustrie ist gewissermassen der Restzipfel dieser historischen Machtstruktur. Sie ist zwar nicht mehr das brutale Zentrum der Ausbeutung wie im 18. Jahrhundert, aber sie trägt und prägt bis heute die ökonomischen, kulturellen und gesundheitspolitischen Spuren dieser Geschichte. Neben den Stories zum Zucker finden Sie weiter unten auch, mit welchen Stoffen sich Zucker als Texturgeber zum Aufschlagen von Massen ersetzen lässt.
Wobei ich für mich sagen kann, ich werde definitiv als Cigarrenraucher und Zuckerjunkie sterben – meine heissgeliebte Oma verbreitete noch memetisch den 50er Jahre-Werbeslogan der Zuckerindustrie. «Zucker macht die Zähne weiss», sagte sie, bevor sie uns Buben ein weisses Munz- Schoggistängeli in den Mund schob – vor dem Mittagessen notabene. Meine Mutter klebte jeweils an der Decke.
Ich hatte eine tolle Kindheit. Neben meiner Oma war da noch mein Vater, der Schmied. Der schob mir Büblein auf dem Sonntagsspaziergang schon mal eine Cigarre in den Mund. Wie das aussieht, sehen Sie hier bei Brodmann Cigars. Bei all diesen oralen Vergnügen ist meine Berufswahl also kaum verwunderlich.
Sie ist grün, sie ist fett, sie ist Kult. Aber was steckt wirklich hinter dem Hype um die Butterbirne? Im Artikel weiter unten zerlegen wir die Avocado – botanisch, kulinarisch, politisch, mit Fakten, Pfeffer und einem Hauch Ironie. Stefan Schramm widmete sich währenddessen dem Zeitalter der Sichtbarkeit, wo alles zur Bühne wird: das Hotel, der Körper, die Angst. Gratiszimmer, Drohkulisse, Schlauchbootlippen.
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Romeo Brodmann

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