_______________________________
Anzeige:
Pauli - Lehrbuch der Küche.
Seit 94. Jahren am Puls der Zeit.
Pauli App und Corporate App für Firmen.

_______________________________

Wenn ein Angestellter mit dem Wunsch nach partieller Selbständigkeit aufbegehrt, schrillen auf den meisten Personalbüros die Alarmglocken. Es ist heute noch Usanz, Mitarbeitenden eine Beschäftigung nebenher generell zu untersagen, es sei denn, es ist ein Hobby, wofür Chefs rechtlich die Handhabe fehlt.

Alle sind auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitenden. Bei der Pumpstation GmbH, also Michel Peclards und Florian Webers Peclard.net, erschafft man «sie» so quasi nebenher. Witzigerweise offensichtlich genau damit, was Personalchefs die Nackenhaare aufstellt. Peclard und Weber lassen Mitarbeitenden, die sich verdient gemacht haben, notwendige Freiräume und helfen ihnen sogar, sich selbständig zu machen. Die Zauberformel heisst Vertrauen. Und wenn mal etwas schiefgeht, geht es halt schief.

Fabio Tripolt ist so einer. Er sagt, er habe nie die Absicht gehabt, das Unternehmen zu verlassen und trotzdem den unbändigen Wunsch in sich getragen, selbst etwas zu machen. Das zu ermöglichen, bringt Peclard.net letztendlich auch einen Return on Investment. Tripolt kann beispielsweise nicht mehr unterscheiden, ob er jetzt im eigenen Unternehmen oder bei Peclard als Unternehmer und Selbständiger verantwortungsvoll denkt und handelt. Dieses loslassen eines Chefs ist allerdings eher selten.

Gerade in Unternehmen mit formellen und Informellen «sturen» autoritären Hirarchien ist Macht oftmals ein Gestaltungsfeld personalpolitischen Handelns, welches mitunter darauf basiert, Menschen ein- aber auch anzubinden. Ohne es auszusprechen, bilden Menschen in solchen Organisationsformen, die Mitarbeitende eher als Eigentum betrachte, grundsätzlich als einen Hort der Bedrohung. Hat eine Mensch erstmals seine Angst abgelegt, den Job zu verlieren, gilt er nicht nur als unführbar, sondern oftmals auch als Frondeur.

Wer Fabio Tripolt im kurzen Video-Interview zuhört, merkt, auch zwischen den Zeilen, wie weit weg von sturen Hirarchien Peclards Handeln liegt und wie gut das funktioniert. Alle Ängste, die in den autoritären Machtstrukturen gehegt und gepflegt werden, entpuppen sich hier als Nonsens. Allerdingst muss letztendlich auch angemerkt werden, partizipativ und libertär bedeutet noch lange nicht führungslos.

________________________________________________________
Anzeige