Die 25-jährige Solothurnerin hat im Sommer 2025 Geschichte geschrieben. Mit ihrem Sieg beim Bocuse d’Or Suisse 2025 wurde sie zur ersten Frau, die die Schweiz am europäischen Bocuse d’Or vertritt. Seitdem läuft die Vorbereitung auf Hochtouren.

Training wie im Wettkampf

Die Küche, in der Fruman trainiert, ist kein gewöhnlicher Arbeitsplatz. Die modulare Trainingsanlage wurde so aufgebaut, dass sie den Wettbewerbsboxen des Bocuse d’Or möglichst exakt entspricht. Hier kann das Schweizer Team unter realistischen Bedingungen trainieren – Handgriff für Handgriff, Sekunde für Sekunde. 

Mehrmals pro Woche wird hier gekocht, analysiert und jeder Handgriff geschliffen. Ziel ist Perfektion, denn beim Bocuse d’Or entscheidet jedes Detail. Die Trainingsküche wurde eigens in Olten aufgebaut, in der Nähe von Frumans Wohnort. So können lange Anfahrtswege vermieden und die Vorbereitungen maximal intensiv gestaltet werden. 

Präzision, Technik – und Teamarbeit

An ihrer Seite arbeitet ein kleines, eingespieltes Team. Unterstützt wird Fruman von Ihrem Commis Niklas Erb und natürlich von Coach Jean‑Michel Martin mit seiner grossen Erfahrung unter anderem  in der Vorbereitung für internationale Wettbewerbe hat. 

Im Training geht es längst nicht nur um Rezepte.

Organisation, Timing, Kommunikation, alles wird bis ins Detail geprobt. Beim Bocuse d’Or bleiben den Teams nur fünfeinhalb Stunden, um komplexe Teller- und Plattengerichte für eine hochkarätige Jury zu kreieren.

«Die Teilnahme am Bocuse d’Or ist ein ehrgeiziges Vorhaben, das nicht nur meine persönliche Entwicklung als Köchin fördern wird, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Zukunft der Gastronomie leisten kann» schreibt Karina Fruman in ihrer Informations-Broschüre». Letztendlich geht es neben den Technischen Aspekten und der Kochkunst dann aber auch vor allem um die Teambildung. Am Ende entscheidet nicht nur die Idee eines Gerichts, sondern wie präzise ein Team unter Druck zusammenarbeitet und dieses genau im Moment des Finals umsetzen kann.

Der nächste Schritt: Europa

Am 15. und 16. März 2026 trifft sich die Elite der europäischen Kochszene in Marseille. Rund 20 Nationen kämpfen dort um zehn Startplätze für das Weltfinale des Bocuse d’Or 2027 in Lyon am 24. Und 25. Januar 2025.

Der Wettbewerb gilt als «Wimbledon der Kochkunst». Es ist eine Bühne, auf der sich Nationen kulinarisch messen und junge Talente zu internationalen Stars werden können. 

Der Weg dorthin ist lang und beschwerlich. In der Trainingsküche in Olten zählt im Moment so nur eines: Wiederholung, Präzision und unermüdliche Arbeit.

«Mise-an-place ist alles!»
«Qui Chef!»