
Bild: Urs Oskar Keller | Impressionen von der 53. Internationalen Flottensternfahrt vor Romanshorn auf dem Bodensee mit einigen tausend Besuchern.
Ein weiterer Meilenstein betrifft die tarifliche Zusammenarbeit: Die Tageskarte auf dem gesamten Bodensee und Rhein wird in einer Arbeitsgruppe Ende Mai 2026 wieder aufgegriffen. Gemeinsam mit der Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) beziehungsweise der zuständigen Arbeitsgruppe IPBK wird das Thema einer einheitlichen Tageskarte für den gesamten Bodensee erneut diskutiert. Ziel ist es, den Gästen künftig endlich ein noch einfacheres und attraktiveres Angebot über alle Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen.
Die gemeinsame Nutzung der SBS-Werft in Romanshorn wird wieder geprüft. Damit würden sich neue Perspektiven für Effizienz, Know-how-Bündelung und eine nachhaltige Weiterentwicklung der technischen Zusammenarbeit eröffnen, wird vom Unternehmen mitgeteilt. Diese Vereinbarungen stehe «sinnbildlich für eine neue Phase der Partnerschaft.» Sie zeige klar und verbindlich: Die beteiligten Unternehmen bewegen sich aufeinander zu – mit konkreten Massnahmen, gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Ziel, die Zukunft der Bodenseeschifffahrt aktiv und nachhaltig zu gestalten. Ad interim-CEO Benno Gmür: «Das sind klare Schritte für die gemeinsame Zukunft. Deshalb haben wir auch öffentlich das Kriegsbeil begraben.»

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Nachfolgend die Offizielle Medienmitteiliung
Internationaler Bodensee-Rat (IBR) moderiert nach Konflikt der Schifffahrtsgesellschaften auf dem Bodensee
Zusammenarbeit im Interesse einer attraktiven Bodensee-Schifffahrt stand im Zentrum eines Treffens von Vertretern des Internationalen Bodenseerats mit Verantwortlichen der drei Bodensee-Schifffahrtsbetriebe.
Auf Einladung des Internationalen Bodenseerats (IBR) trafen sich am vergangenen Donnerstag, 30. April 2026, die Vertreter der deutschen Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB), der österreichischen Vorarlberg-Lines (VBL) und der schweizerischen Bodensee-Schifffahrt AG (SBS) zu einer Aussprache im Landratsamt Konstanz. Die ebenfalls zu den Vereinigten Schifffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein (VSU) gehörende Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) konnte aufgrund der Kurzfristigkeit des Termins nicht teilnehmen.
Gemeinsame Tageskarte
Unter der Leitung von IBR-Präsident Frank Hämmerle und der Moderation durch den designierten IBR-Präsidenten Alfred Stricker, dem ehemaligen Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden, tauschten die Vertreter der drei Bodensee-Reedereien ihre Gedanken zu einer gemeinsamen Tageskarte aus – zusätzlich zur bereits bestehenden Bodensee Card Plus sowie der VSU-Saison-Card. Es ging dabei um die Frage, wie Schiffsausflüge auf dem Bodensee für nationale und internationale Gäste noch attraktiver gestaltet werden könnten, ohne die wirtschaftlichen Interessen der jeweiligen Betriebe zu beeinträchtigen. Hierzu soll eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt werden.
Kollegiale Atmosphäre
Die Sitzung verlief in einer partnerschaftlichen und kollegialen Atmosphäre. Nebst der übergeordneten Zielsetzung einer Steigerung der Attraktivität, so der Beschluss, sollen auch Lösungen für die Schifffahrtstickets ab Konstanz sowie für den Einsatz der Partyfähre ab Friedrichshafen ausgearbeitet werden.
Differenzen ausgeräumt
Am Samstag, 25. April 2026, anlässlich der Bodensee-Sternfahrt vor Romanshorn, hatten die Geschäftsführer der BSB, Dr. Norbert Reuter, und der SBS, Benno Gmür, die bestehenden Differenzen vor zahlreichen geladenen Gästen offiziell beigelegt. Die Medien hatten sowohl über die Konflikte wie auch über die Einigung berichtet. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Interviews waren seitens des SBS-Präsidenten – in der Hitze des Gefechts sowie im Vorfeld zur Beilegung des Konflikts – auch einzelne verletzende Worte über die deutschen und die österreichischen Kollegen in einem ORF-TV-Beitrag gefallen, die ebenfalls im Rahmen des Besprechungstermins behandelt wurden.
Allseitige Aussöhnung
Benno Gmür erklärte an der gemeinsamen Aussprache hierfür sein Bedauern und bat um Entschuldigung. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt AG übernahm die Aufgabe, auch diese Aussöhnung gegenüber den Medien zu kommunizieren. Dies im Sinne einer attraktiven Bodensee-Schifffahrt mit zukunftsorientieren Lösungen und einem allseits kollegialen Verhalten zu Land und zu Wasser.
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Über die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt AG (SBS)
Die SBS betreibt seit 170 Jahren die Schifffahrt am Schweizer Ufer des Bodensees. Seit der Übernahme durch eine private Investorengruppe um Hermann (Amriswil) im Jahr 2007 wurden umfassende Sanierungsmassnahmen und Investitionen von über CHF 35 Mio. umgesetzt. Die Flotte umfasst sieben Ausflugsschiffe und eine Fähre. Die SBS teilt sich mit der deutschen Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH den Fährbetrieb zwischen Romanshorn und Friedrichshafen.
Zusätzlich zu den regulären Kursschifffahrten bietet die SBS auch Erlebnis- und Charterfahrten an, welche einen wesentlichen Betrag zur Wertschöpfung leisten. Das Restaurant Hafen und Ristorante Porto helfen das Unternehmen sich breit abzustützen. Seit dem 1. Februar 2023 hat die SBS die Eventflächen des Kornhauses Romanshorn gepachtet und betreibt diese auf eigene Rechnung. Das Angebot wurde mit einem Spielplatz «Robins Horn» ergänzt. Der Bau eines Hotels auf dem eigenen Land direkt am Hafen ist in Planung. www.bodenseeschiffe.ch.
