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  SOMMERREPORT: Die Schweiz im europäischen Gastronomievergleich – eine Standortbetrachtung 2025.

Die Schweiz isst anders – und das mit System. Im europäischen Vergleich zeigt sich die Schweizer Gastronomie 2025 als hochpreisiger, qualitätsorientierter Ausnahmefall: Weniger Betriebe, dafür mehr Umsatz pro Gast, höchste Löhne und eine beeindruckende Dichte an Restaurants. Während andere Länder auf Masse setzen, kultiviert die Schweiz ein Modell der kulinarischen Präzision – zwischen Alpenluxus und Alltagskultur.

Doch hinter der glänzenden Fassade zeigen sich Risse. Warum das Schweizer Ausbildungssystem ins Hintertreffen gerät – und wie Spanien und die nordischen Länder uns kulinarisch längst überholt haben, wird hier beleuchtet.

Zum Downloaden der Infografik ganz nach unten scrollen.

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Text: Romeo Brodmann / Infographiken:  OnionMedia | Das Pauli Magazin
Quellen: DIE SUPPEN DER KLASSISCHEN FRANZÖSISCHEN KÜCHE, R.Brodmann, 2020 / Saucen nach Escoffier, R.Brodmann 2010 / Arbeiten am Tisch D. Beyerle, R. Brodmann, S. Herter / Pauli Lehrbuch der Küche, P. und C. Pauli, Carlos Egli 2016
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🍽️ Dichte & Struktur
  • Die Schweiz hat mit 2.65 Restaurants pro 1.000 Einwohner eine hohe Restaurantdichte, vergleichbar mit Norwegen (2.73) und Frankreich (2.55), aber unter Spitzenreitern wie Spanien (5.70) und Luxemburg (3.85).
  • Mit 45.000 Restaurants liegt die Schweiz im Mittelfeld – deutlich unter Deutschland (277.000) oder Frankreich (190.000), aber über Ländern wie Dänemark (18.000) oder Luxemburg (2.500).

 

💶 Umsatz & Preisniveau
  • Die Schweiz erzielt mit durchschnittlich 56–60 € Umsatz pro Gast den zweithöchsten Wert in Europa, nur übertroffen von Norwegen (60–65 €).
  • Auch der Jahresumsatz pro Restaurant ist hoch – vergleichbar mit Dänemark und Luxemburg.
  • Das deutet auf ein hochpreisiges, margenträchtiges Gastronomiemodell hin – mit Fokus auf Qualität statt Masse.

 

 
👨‍🍳 Beschäftigung & Löhne
  • Die Schweiz beschäftigt rund 220.000 Personen in der Gastronomie – weniger als grosse Länder, aber viel im Verhältnis zur Bevölkerung.
  • Mit einem durchschnittlichen Jahreslohn von 52.000 € liegt die Schweiz an der Spitze Europas – vor Norwegen (45.000 €) und Dänemark (38.000 €).
  • Das zeigt: hohe Personalkosten, aber auch attraktive Arbeitsbedingungen im Vergleich.
  • In Ländern wie Spanien, Portugal, Österreich oder auch Dänemark sind die Löhne im Gastgewerbe deutlich tiefer, was geringere Fixkosten für Betriebe bedeutet, mehr Risikobereitschaft bei neuen Konzepten erlaub und eine flexiblere Personalplanung mit sich bringt.

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📊 Fazit im europäischen Vergleich
Kriterium
Schweiz im Vergleich 🇨🇭
Restaurantdichte
Hoch, aber nicht führend
Umsatz pro Gast
Sehr hoch (Platz 2)
Löhne in der Gastronomie
Höchste in Europa
Anzahl Restaurants
Mittelmass
Beschäftigte
Hoch im Verhältnis zur Bevölkerung
 
🧠 Interpretation:
Die Schweiz positioniert sich als hochwertiger Gastronomiestandort mit hohem Preisniveau, guter Bezahlung und dichter Restaurantlandschaft, aber ohne die Masse grosser Märkte. Sie ist eher Boutique als Boulevard, eher Feinmechanik als Fast Food – ein Modell, das auf Qualität, Fachkräfte und zahlungskräftige Gäste setzt.

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